Jagdverein Diana Hünfeld e.V.

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Fleisch fast ohne Kalorien - Jägerin Irene Dienst aus Hünfeld serviert Heiligabend gerne Rehrücken

  • Mittwoch, 14. Mai 2008 um 22:17
Hünfeld
Die Eheleute Günter und Irene Dienst aus Hünfeld sind passionierte Jäger. Das gemeinsame Hobby hat sie in der Welt herumkommen lassen. Auf fast allen Kontinenten waren sie unterwegs. Doch am schönsten finden sie es zu Hause. Ganz besonders an Weihnachten. Klar, dass am Heiligen Abend ein Wildgericht aufgetischt wird. Am liebsten Rehrücken. „Rehfleisch ist das magerste Fleisch überhaupt. Es hat praktisch keine Kalorien“, schwärmt Irene Dienst.

Vor einigen Jahren wurde diese Tradition in der Familie jedoch unterbrochen. Ihr Sohn hörte auf, Fleisch zu essen, seine Ehefrau ist ebenfalls Vegetarierin. „Wenn mein Sohn mit seiner Familie an Weihnachten bei uns ist, serviere ich meist Karpfen Blau“, sagt Irene Dienst. Doch auch das könnte sich vielleicht wieder ändern. „Unsere Enkelin Samantha ist ganz verrückt auf Fleisch und fragt immer danach“, erzählt Günter Dienst und lächelt.

„Das Rehrücken-Rezept ist völlig problemlos“, meint Irene Dienst. Nach eineinhalb Stunden sei das Gericht fertig. Für eine besondere Geschmacksnote sorge das Dörrfleisch, dass jedoch nie durch das Fleisch gezogen werden sollte. Dies mache das Fleisch kaputt. „Wildfleisch sollte man auch nie in Weinsoßen einlegen. Das Fleisch hat so viel Geschmack, der wird durch Wein nur zerstört“, gibt Irene Dienst einen wichtigen Tipp. Sie weiß, wovon sie spricht. Schließlich hat sie ein Rezept (Wildtauben) zum Hessischen Wildkochbuch beigesteuert und dafür einen Preis erhalten.
Das Weihnachtsfest begeht Familie Dienst ganz traditionell. Gegen 18.30 Uhr wird im Esszimmer in aller Ruhe gespeist. Danach zieht sich die Familie in den ausgebauten Keller mit den vielen Jagdtrophäen zurück. „Unser Tannenbaum ist oft 3,50 Meter hoch“, sagt Irene Dienst, eine Weihnachtskrippe stehe auf einem kleinen Tisch. Zunächst werden die Geschenke verteilt. Wenn Günter Dienst und seine Schwiegertochter dann zu ihren Instrumenten greifen, wird es besinnlich. Er spielt Flügelhorn, sie Geige. Erst spät in der Nacht endet der stimmungsvolle Abend.

Preiswert, gesund und schmackhaft

  • Mittwoch, 14. Mai 2008 um 21:54
  • Aktualisiert ( Mittwoch, 14. Mai 2008 um 21:56 )
Preiswert, gesund und schmackhaft
Rita Baier aus Rasdorf liebt als erfahrene Jägerin Wildgerichte / Frischlingskeule zum Fest

Rasdorf
„Preiswert, gesund und schmackhaft!“ Rita Baier bringt die Vorteile von Wildfleisch auf den Punkt. Seit mehr als 30 Jahren ist die Rasdorferin im Besitz des Jagdscheins – deshalb hat sie zu Wildgerichten eine ganz besondere Beziehung. Vom Erlegen des Tieres bis zum späteren Servieren kümmert sich die 59-Jährige um alle Schritte der Zubereitung selbst. Das ist zwar richtig viel Arbeit, ehe die köstliche Speise endlich auf dem Tisch steht und duftet, „aber ich weiß, wo das Fleisch herkommt“, sagt Baier. Nämlich aus ihrem Rasdorfer Revier.

An Weihnachten wird die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete für ihre Familie leckeres Wildschwein auf den Tisch bringen, für unsere Leserinnen und Leser gibt sie ein Rezept für Wildkraftbrühe, geschmorte Frischlingskeule und Safran-Birne mit Vanilleeis preis. Das Essen an den Feiertagen will Baier aber nicht überbewerten: „Wir können uns das ganze Jahr über gut sattessen.“

Die Rasdorferin erinnert sich zurück an ihre Kindheit, als die Adventszeit und Weihnachten noch eine ganz andere Bedeutung in der Wahrnehmung der Menschen hatten. „Der Advent war im Gegensatz zu heute eine stille Zeit“, sagt sie. Zusammen mit Eltern, Geschwistern, Großeltern, Onkel, Tante und Lehrlingen sei regelmäßig gemeinsam gebetet worden. Für die Krippe habe man Strohhalme gesammelt. „Die Plätzchen und Lebkuchen, die wir gebacken haben, haben wir auch wirklich erst an Weihnachten gegessen“, merkt Baier an. Heute seien die Wochen vor Weihnachten mit Zeitdruck, Terminen und vielen Sitzungen überladen.

Glänzende Augen bekommt die Rasdorferin noch immer beim Gedanken an die „Weihnachtswurst“, eine Cervelatwurst. „Das war die beste, die ich je gegessen habe“, schwärmt Baier von der kleinen Stärkung nach der Christmette morgens um 4 Uhr. Dieser folgten später noch die Hirtenmesse und morgens das Hochamt. In einer religiösen Familie sei es ganz normal und schön gewesen, die Kirche mehr als nur einmal am 24. beziehungsweise 25. Dezember zu besuchen.

„Heiligabend gab es bei uns nichts Besonderes zum Essen“, erzählt die 59-Jährige. Früher sei das noch ein Tag gewesen, an dem man sich im Gegensatz zu heute nicht so voll gestopft habe. Traditionell habe sie sich am ersten Weihnachtsfeiertag auf Gänsepfeffer, eine dunkle Suppe unter anderem mit Gänseblut, gefreut. Dazu sei häufig noch ein Braten serviert worden.

Heute versucht die Rasdorferin, „Weihnachten traditionell, aber nicht kitschig“ zu begehen. An den Feiertagen wird ihre Familie zusammenkommen. „Das Auge isst mit“, sagt Baier. Deshalb hat sie sich zum Wildschwein auch eine besondere Tischdekoration überlegt. Weihnachtliche und jagdliche Elemente will sie miteinander kombinieren.

Die Tage bis Heiligabend verbringt die Rasdorferin unter anderem mit dem Schreiben von Weihnachtspost und dem Besuchen älterer, alleinstehender Menschen. Auch in der Adventszeit verzichtet die Autorin für das erste Hessische Wildkochbuch nicht auf die Jagd. „Das ist kein Hobby, sondern richtig Arbeit und bedeutet eine sinnvolle und verantwortungsvolle Nutzung der Natur“, sagt Baier.

„Gelungen ist der Heiligabend dann, wenn ich an alles gedacht und alle bedacht habe“, so die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete.
Wer Informationen zur Zubereitung oder zur Beschaffung von Wildfleisch haben möchte, kann sich an Rita Baier unter der Telefonnummer (0 66 51) 3 92 wenden.

Hörnerschall im Gotteshaus

  • Mittwoch, 14. Mai 2008 um 21:50
  • Aktualisiert ( Mittwoch, 14. Mai 2008 um 21:53 )
Hörnerschall im Gotteshaus
1. Jagdhornbläserkorps „Diana“ Hünfeld gestaltete Messe im Kloster

Hünfeld
Die Darbietung von so genannten Hubertus-Messen, insbesondere in Verbindung mit katholischen Eucharistiefeiern, findet immer mehr Interessenten. Dies gilt nicht nur für den aktiven Teil, das heißt für Jagdhornbläser und Musiker, sondern auch von Freunden der Jagd und der Jagdmusik, die sich am Hörnerklang erfreuen. In der Hünfelder Klosterkirche gestaltete das 1. Jagdhornbläserkorps „Diana“ Hünfeld unter der Leitung von Meinrad Bender mit der „Hubertus-Messe für Jagdhörner in B“ von Reinhold Stief einen festlichen Abendgottesdienst.

Schon mehr als eine halbe Stunde vor der Messe waren die ersten Gottesdienstbesucher gekommen, um sich einen guten Platz zu sichern. Und das war auch gut so, denn die waidmännisch geschmückte Kirche hatte sich bis zum letzten Platz gefüllt, als die Jagdhornbläser still in das Gotteshaus einzogen, nachdem sie zuvor vor dem Portal das Jagdsignal „Begrüßung“ geblasen hatten.

Die „Hubertus-Messe für Jagdhörner in B“ wurde vom 1. Jagdhornbläserkorps „Diana“ Hünfeld bereits zum dritten Mal dargeboten. Doch diesmal, so Bender, war die Aufführung besonders gut gelungen. „Man merkte, dass unsere Bläser eine gewisse Routine und damit Sicherheit entwickelt haben. Damit gelang das Spiel diesmal besonders brillant“, resümierte Bender voller Freude. Dieser Eindruck täuschte denn auch nicht, denn Pater Martin Wolf (Omi), Zelebrant und Prediger der Messfeier, erhob den Gottesdienst und seine Gestaltung durch die Hünfelder Jagdhornbläser zum Auftakt der Festlichkeiten zum 110-jährigen Bestehen der Oblatengemeinschaft in der Haunestadt.

Dabei ist auch in der Literatur nachgewiesen, dass die jagdliche Musik in konzertanter Vortragsweise in Deutschland erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts Verbreitung und Liebhaber fand. Ihren Ursprung hat die Hubertus-Messe, vorgetragen durch Hörner, im benachbarten Frankreich, wo sie schon seit über 200 verbreitet ist. Reinhold Stief hatte sich in den 60-er Jahren dieser Musik angenommen und unter anderem die „Hubertus-Messe in B“ umgeschrieben für Jagdhörner. Das Original war nämlich gesetzt für Parforcehörner in Es, die entgegen den für Jagdsignale bestimmten Hörnern als Instrumente der so genannten konzertanten Jagdmusik einen wesentlich größeren Tonumfang besitzen.

Das ist eine umso beeindruckendere Form der konzertanten Jagdmusik. „Wir könnten mit unseren Jagdhörnern direkt von der Jagd in die Kirche gehen und eine Hubertus-Messe blasen“, sagt Bender. Eine Darbietungsform, die immer mehr Freunde findet, nicht nur in der Jägerschaft.

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